Drohnen über der Schweiz: Zwischen Innovation, Risiko und einer Gesetzeslücke?

Ein leises Summen am Himmel. Kaum sichtbar. Schnell wieder verschwunden. Was für viele nach Technikfaszination klingt, entwickelt sich zunehmend zu einer realen Sicherheitsfrage – auch in der Schweiz. Denn eines ist klar: Der Luftraum über privaten und sensiblen Objekten ist heute oft nicht ausreichend
transparent.
Die neue Realität: Drohnen sind allgegenwärtig
Drohnen sind leistungsfähig, weit verbreitet und einfach verfügbar. Sie ermöglichen:
- hochauflösende Videoaufnahmen
- automatisierte Flugrouten
- grosse Reichweiten
- diskrete Einsätze
Unbefugte Drohnenflüge über:
- Privatresidenzen
- Industrieanlagen
- Veranstaltungen
- kritische Infrastrukturen
können Privatsphäre verletzen, Abläufe stören oder sicherheitsrelevante Informationen erfassen.
Die Realität: Mehr Drohnen, als erfasst werden
Die Nutzung von Drohnen nimmt auch in der Schweiz deutlich zu.
- Ende 2023 waren rund 67’838 Drohnenpilotinnen und -piloten registriert
- Bis Dezember 2024 stieg diese Zahl auf über 94’403
Diese Zahlen zeigen eine klare Entwicklung – bilden jedoch nicht das vollständige Lagebild ab. Die tatsächliche Anzahl eingesetzter Drohnen dürfte höher liegen, da:
- nicht alle Geräte registriert sind
- Vorschriften nicht immer konsequent eingehalten werden
- gewisse Drohnen unterhalb von Registrierungspflichten betrieben werden
Es ist daher von einer nicht exakt quantifizierbaren Dunkelziffer auszugehen.
Für die Sicherheitslage bedeutet das:
Der Luftraum ist in vielen Fällen weniger transparent, als es die offiziellen Zahlen vermuten lassen.
Die Schweiz reagiert – aber vor allem im staatlichen Bereich
Die sicherheitspolitische Bedeutung von Drohnen wird zunehmend auch auf Bundesebene erkannt.
- Der Bund plant Investitionen in den Schutz vor Drohnenbedrohungen und prüft
entsprechende Massnahmen zur Stärkung der Sicherheitsstrukturen. - Gleichzeitig wird diskutiert, Zuständigkeiten bei Drohnenvorfällen klarer zu regeln –
insbesondere in Szenarien unterhalb klassischer militärischer Bedrohungen. - Dies zeigt: Die Herausforderung ist erkannt, befindet sich jedoch weiterhin in Entwicklung.
Klare Gesetze – aber begrenzte Eingriffsmöglichkeiten
Die Schweiz verfügt über eine klare regulatorische Grundlage im Drohnenbereich und orientiert sich an den EASA-Vorgaben. Erlaubt:
- Drohnendetektion
- Monitoring und Analyse
- Integration in Sicherheitslösungen
Verboten:
- Jamming (Störung von Funkverbindungen)
- Einsatz von Störsendern
Besitz, Import und Nutzung solcher Geräte sind in der Schweiz untersagt. Das bedeutet: Gefahren können erkannt werden – ein aktiver Eingriff ist jedoch stark eingeschränkt.
Verantwortung trifft auf regulatorische Grenzen
Parallel dazu verfolgt die Schweiz eine klare Strategie zum Schutz kritischer Infrastrukturen. Diese umfasst unter anderem:
- Energieversorgung
- Wasserversorgung
- Transport und Luftfahrt
- staatliche Einrichtungen
Betreiber solcher Anlagen tragen eine hohe Verantwortung für Sicherheit und Betrieb. Gleichzeitig entsteht ein Spannungsfeld:
- Gefahren aus der Luft sind real
- Eingriffsmöglichkeiten sind begrenzt
Daraus ergibt sich eine zentrale Frage: Reicht reine Detektion langfristig aus?
Die Konsequenz: Drohnenerkennung wird zentral
In diesem Umfeld wird ein Punkt entscheidend: Die zuverlässige und frühzeitige Drohnenerkennung. Denn nur durch Detektion kann:
- der Luftraum sichtbar gemacht werden
- eine fundierte Lagebeurteilung erfolgen
- eine Reaktion eingeleitet werden
Ohne entsprechende Systeme bleibt ein Grossteil der Aktivitäten im Luftraum unentdeckt.
Moderne Lösungen – heute bereits verfügbar
Bereits heute stehen gesetzeskonforme Technologien zur Verfügung, um den Luftraum aktiv zu überwachen: Mobile Drohnendetektion
- Für dynamische Einsatzlagen
- Flexibel und schnell einsetzbar
- Unterstützung der Lagebeurteilung in Echtzeit
- Autarker Betrieb über mehrere Stunden
Schutz für Privatobjekte
- Diskrete Luftraumüberwachung
- Frühzeitige Erkennung von Drohnenbewegungen
- Integration in bestehende Sicherheitslösungen
Stationäre Perimeterlösungen
- Für Industrie und kritische Infrastrukturen
- Kombination aus Sensorik, Funkanalyse und Positionsbestimmung
- Alarmmanagement und Leitstellenintegration
Technologische Entwicklung und Zusammenarbeit
Durch Zusammenarbeiten und Partnerschaften entstehen zusätzliche Möglichkeiten:
- kombinierte Sensortechnologien
- zuverlässige Identifikation und Klassifikation
- Integration in bestehende Infrastruktur
- perspektivisch: Alarmverifikation aus der Luft
Entwicklungen erfolgen dabei stets im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben.
Unsere Lösungen für den Schutz des Luftraums
Die Entwicklungen zeigen klar: Der Schutz vor unbefugten Drohnenflügen wird zunehmend zu einem festen Bestandteil moderner Sicherheitskonzepte. Wir bieten bereits heute gesetzeskonforme, skalierbare Lösungen im Bereich Drohnenerkennung und Luftraumüberwachung, die sich flexibel an unterschiedliche
Anforderungen anpassen lassen.
Mobile Drohnenerkennung
- Einsatz bei Personenschutz, temporären Zonen und mobilen Lagen
- Kompakte, robuste Systeme
- Autarker Betrieb und Echtzeit-Lageunterstützung
Schutz für private und sensible Objekte
- Diskrete Überwachung des Luftraums
- Lokalisierung von Drohnen und möglichen Steuerquellen
- Integration in bestehende Sicherheitsinfrastrukturen
Stationäre Lösungen für Areale
- Für Industrie und kritische Infrastrukturen
- Skalierbare Systeme mit Leitstellenanbindung
- Alarmmanagement und kontinuierliche Überwachung
Zukunftsorientierte Integration
In Zusammenarbeit, unter anderem mit Swisscom Broadcast entwickeln wir Lösungen weiter in Richtung:
- vernetzte Systeme
- infrastrukturbasierte Anwendungen
- zukünftige Erweiterungsmöglichkeiten
Unser Fokus liegt auf:
- Gesetzeskonformität
- Datenschutz
- Zuverlässigkeit im Einsatz
- Zukunftssicherheit
Bereits heute sind wir in der Lage, private und sensible Objekte jeder Art in der Schweiz gesetzeskonform auszustatten – und bereit für zukünftige Entwicklungen.
Fazit
Drohnen verändern die Sicherheitslage – auch in der Schweiz. Der Luftraum wird zur neuen Schutzdimension. Während aktive Eingriffe stark reguliert sind, zeigt sich klar: Die Drohnenerkennung ist heute die zentrale Grundlage für Sicherheit im Luftraum. Sie schafft:
- Transparenz
- Entscheidungsfähigkeit
- Handlungssicherheit
Und bildet damit die Basis für den Schutz von: privaten, sensiblen und kritischen Objekten – heute und in Zukunft.





